Fette Henne
Geheimdienst-Bücher haben Konjunktur. Offenbar fallen beinahe 20 Jahre nach dem Mauerfall auch die letzten Schlösser von Aktenschränken oder nur die Zurückhaltung der im kalten Krieg beteiligten Agenten. In diesem Band berichten 30 von ihnen, die für den Osten im Westen spionierten. Sie waren dort Sekretärinnen, Ingenieure oder Abgeordnete...
In der Entwicklungsphase kam uns immer wieder die »Fette Henne« in den Kopf, sie wollten wir auf den Titel bringen. Mit ihr ist die zeitliche und örtliche Zuordnung des Buchinhaltes auf den Punkt gebracht. Präziser und symbolträchtiger geht es kaum:
»Der Adler hing als großes Wandrelief im Plenarsaal des Bundestages im Bonner Bundeshaus. Unter der von dem Künstler Ludwig Gies 1953 geschaffenen Figur lieferten sich die großen Politiker der alten Bundesrepublik ihre Redeschlachten. Der etwas füllig geratene Vogel, der bald den Spitznamen ›Fette Henne‹ bekam, wurde im öffentlichen Bewusstsein das selbstverständliche Symbol der Bonner Republik in den 1950er bis 1980er Jahren.« (Wikipedia)
Wir inszenierten die düster-spannende Henne mit einer Bildperspektive, die oberhalb des Tieres die Lautsprecheranlage zeigt, die eventuell nicht nur für die Ton-Ausgabe konstruiert war. Das sei – wie bei jedem Buchtitel – der Interpretation des Betrachters überlassen.
Softcover, 12,5 x 21 cm
Foto: Ullstein
5. Oktober 2008